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 Newsletter Juni 2026

EU-Parlament: Freipass für Gentech-Essen

Das Europäische Parlament hat heute Mittwoch die Regulierung der sogenannten Neuen Genomischen Techniken (NGT) angenommen und damit den Weg für eine weitreichende Deregulierung gentechnisch veränderter Pflanzen geebnet. Künftig sollen Nutzpflanzen, die mit Verfahren wie CRISPR/Cas erzeugt wurden, deutlich weniger strengen Auflagen unterliegen als bisher. 
Besonders umstritten bleibt die Frage der Patente. biorespect hat zusammen mit zahlreichen internationalen Organisationen davor gewarnt, dass Patente auf NGT-Pflanzen die Marktmacht der Agrokonzerne weiter stärken und den Zugang zu Saatgut einschränken werden. Das EU-Parlament hat heute die Chance verpasst, eine technische Weiterentwicklung mit Einschränkungen für die Saatgutmonopole zu regulieren.
Die zentrale Frage für die Schweiz ist jetzt nicht nur, ob die Schweiz NGT-Pflanzen verbieten kann, sondern ob sie deren Einfuhr und Verbreitung künftig noch wirksam kontrollieren kann, wenn die EU-Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit für einen Teil dieser Pflanzen entfällt. Das wird einer der wichtigsten Streitpunkte der laufenden Revision des Schweizer Gentechnikrechts sein. 

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> No Patents on Seeds

> EU-Parlament

Bild mit KI-erstellt

Embryonenversuch mit Schweizer Beteiligung

Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Columbia University, in dem der Schweizer Molekularbiologe Dieter Egli massgeblich vertreten ist, hat vor wenigen Tagen einen kürzlich erfolgten Eingriff in die Keimbahn von Embryonen veröffentlicht. Der Embryonenversuch markiert einen weiteren Schritt in Richtung Genom-Editierung: Mithilfe des sogenannten Base Editing konnten krankheitsverursachende Mutationen in menschlichen Embryonen gezielt verändert werden, ohne die DNA-Stränge vollständig zu durchtrennen. Obwohl die Methode präziser als herkömmliches CRISPR erscheint, bleiben erhebliche ethische und wissenschaftliche Bedenken bestehen.
Die Veränderungen betreffen die Keimbahn und wären damit an zukünftige Generationen vererbbar. Zudem zeigte die Studie, dass weiterhin unerwünschte Nebeneffekte wie Off-Target-Veränderung und Mosaikbildung vorkommen, bei der nicht alle Zellen eines Embryos dieselbe genetische Veränderung tragen.
Der Versuch verdeutlicht einmal mehr das Spannungsfeld zwischen rasanter technischer Entwicklung und der Frage, welche ethischen Grenzen den Eingriffen in menschliches Leben gesetzt werden sollen. biorespect engagiert sich seit längerer Zeit in internationalen Koalitionen, die vor einem schleichenden Übergang von der Therapie schwerer Erbkrankheiten zur gezielten Optimierung menschlicher Eigenschaften und damit «Designerbabys» warnt.

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Baumwolle

US-Anthropologin durchleuchtet Eizellenspende

«Wir wissen wenig über die Risiken» meint die international anerkannte Expertin Diane Tober zur Eizellenspende. 
Derweil wird in der Schweiz die Zulassung der Eizellenspende vorbereitet. Wir von biorespect steuern mit unserer Expertise kritische Erkenntnisse zum Thema bei. Kürzlich haben wir ein Interview mit Diane Tober geführt. Die Anthropologin ist Professorin an der US-amerikanischen Universität Alabama. Im Gespräch stellt sie ihre Forschungsergebnisse zum Thema Eizellenspende vor und zeigt die Probleme auf, die mit diesser Technologie einhergehen. Sie plädiert dringend für weitere Forschung, die insbesondere die Folgen für die Spenderinnen besser abklärt. Auch wenn das Verfahren seit Jahren durchgeführt wird, fehlen nach wie vor entscheidende Daten, um die Auswirkungen besser bewerten zu können. Auf unserer Website finden Sie das ausführliche Interview.

> Interview zur Eizellenspende
> Eggonomics, Diane Tober

Daniel Khumalo/unsplash
Bilder: 1 ETH-Zürich/Gian Marco Castelberg, 2 Konzernverantwortungsinitiative, 3 Daniel Khumalo/unsplash

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